7 // Ruhe

Ohh, liebe Welt. Du hast es nicht leicht. Du bist immer beschäftigt, tust etwas und bist am Puls der Zeit. Wenn ich einen Wunsch für dich hätte, dann wäre es dieser: Nimm dir eine Auszeit und ruhe dich dich aus. Du hast es dir redlich verdient!

Ach, ein neues Jahr!

Zu Beginn jeden Jahres nehme ich mir einen Augenblick Zeit zum Hinhören, was Thema des Jahres sein könnte. Dieses Jahr bin ich erneut auf dieses Kapitel in der Bibel aufmerksam „gemacht“ worden. Vor allem fasziniert mich die Textstelle, in der Gott den Protagonisten auffordert, zu den toten „Gebeinen“ zu sprechen, die er in seinem Traum sieht.

In meinem Leben gibt es ebenso einige tote Gebeine, wie ich die Tage bei mir feststellen musste. Diese wahrzunehmen, schmerzt auch ganz schön. Aber eigentlich sollten diese doch leben. Oder doch besser zu Grabe getragen werden? Zumindest lese ich Gottes Absicht hierfür heraus, dem Toten ganz neues Leben zu verpassen. Das macht er nicht allein, sondern überträgt diese Aufgabe dem Menschen – halt Gottlike. Und das ist etwas, was mich bereits seit Jahren immer wieder triggert – die Tatsache, in das eigene Leben, in die toten Stellen meines Lebens hineinzusprechen und ihnen Leben „zu prophezeien“. Vorausgesetzt ich weiß, was ich zu denen sagen soll ;). Das klingt beim Schreiben irgendwie auch creepy, jedoch in mir weiß ich – hier ist eine Wahrheit verborgen, die ich (mit und durch dieses Jahr) verstehen lernen will.

Breath of Life

37 1-2 God grabbed me. God’s Spirit took me up and set me down in the middle of an open plain strewn with bones. He led me around and among them—a lot of bones! There were bones all over the plain—dry bones, bleached by the sun.

He said to me, “Son of man, can these bones live?” I said, “Master God, only you know that.”

He said to me, “Prophesy over these bones: ‘Dry bones, listen to the Message of God!’”

5-6 God, the Master, told the dry bones, “Watch this: I’m bringing the breath of life to you and you’ll come to life. I’ll attach sinews to you, put meat on your bones, cover you with skin, and breathe life into you. You’ll come alive and you’ll realize that I am God!”

Ich bin deine Heimat!

In der derzeitigen Corona-Krise, die gerade jeden bewegt, gibt es Herausforderungen & Chancen. Diese zu bewältigen und zu sehen, ist eine Marathon-Aufgabe. In diesen Tagen entstand in einer Gottzeit dieses Lied. Gedacht für eine Kollegin, aber ich merke, dass es mich auch immer wieder ermutigt, meinen Kopf nicht in den Sand zu stecken. Dafür aber einen Zufluchts-Ort zu haben (der nicht nur Ort, sondern gleichzeitig eine Person ist), an dem/ dem ich meine Ohnmacht, meine Fragen, meine Ängste, Unsicherheiten, existentielle Nöte, Sorgen und auch meine Erfahrungen, Dankbarkeiten wie auch Gutes bringen und anvertrauen kann. Ein wichtiger Ort, der Halt gibt. Wer sehnt sich in dieser Zeit nicht danach, sich sicher zu fühlen, wenn die Realität sich anders darstellt, als man angenommen hat? Heimat zu haben, wenn die innere Heimat, durch Besorgnis erschüttert wird, ist wichtig. Dieses Angebot gibt mir Gott, indem er mir verspricht:

Text & Melodie: Camilla Wiedemann // 03 . 2020

Ich bin deine Heimat, dass ist dieser Ort, an dem Du sicher sein kannst, immerfort. Ich bin deine Heimat, in die Du hineingeboren bist. Alles was ich bin und habe, gebe ich Dir und ist für Dich. Ein Ort, der Zuflucht, zum Fallenlassen, deiner Ängste, deiner Macht, deine Ohnmacht — mir überlassen.

Osterhaft — es ist vollbracht!

Was wäre der Ostersonntag ohne Karfreitag? Diese Frage bewegt mich immer wieder in den Ostertagen. Zu dieser Stunde gedenken Christen weltweit der Kreuzigung Jesu in Andachten, Gottesdiensten und Gemeindetreffen. Vor einigen Jahren schrieb ich diese Zeilen in mein Tagebuch.

„Herr vor langer Zeit versprach ich dir mein Herz zu geben und das tat ich mit meinem ganzen Wesen. Mein Herz stand für meine Zukunft, meine Sorgen, mein Leiden auch im Morgen, meine Freude und meine Wünsche, meine Hoffnungen und auch die Künste. Kreativität und Ideen, sollten dabei auch nicht fehlen. Familie und Freunde, Geld und Beruf, mein Single – Dasein und der Wunsch nach Zweisamkeit und die Vorstellung, die dies begleit. Mein Arbeiten, mein Ruhen, mein Essen und Schlafen, eben alles durch dich und in dir zu tun.

Aber seid diesem Tag sind viele Stunden vergangen und ich bin weit weg von dir gekommen und ungewollt und unbewusst, gehe ich einen anderen Weg, der ins wirklich Ungewisse führt. Und es ist dunkel, depressiv, bodenlos, schwer, anstrengend auf einmal alleine zu gehen und dich nicht mehr zu sehen.

Aber dann, auf einmal sehe ich diesen Hügel, staubig und dreckig, weit weg von der Stadt und dem pulsierdenden Leben. Einige Menschen stehen da, fassungslos, verängstigt, voll von Trauer und entsetzt. Andere spotten, spucken, schlagen, freuen sich und losen über Leben und Tod. Und dann sehe ich Dich da hängen, blutbeschmiert und völlig entblößt, alles gegeben – bis in den Tod. Ich sehe die zwei neben dir. Der eine mit dir im Leben, der andere hoffnungslos vergeben?

Und plötzlich sehe ich deine Augen, so tief und klar, eindringlich in Liebe – einfach wunderbar und ich höre deinen Herzschlag für mich und jeder der es hören will.

„Dir ist vergeben!“

In der Stille dieser Stunde und für die Ewigkeit in jedem Munde, dass ist mein Versprechen wie im Tod und im Leben, mein Kind,  Dir ist vergeben.“

Dir ist vergeben! So kraftvoll, weil ER nicht nur etwas so gemeint, sondern in jeder Phase  seines Leidenswegs mit Haut und Haar das Gesagte auch in die Tat umgesetzt hat. Denn  mit dem Tod Jesus erhalte ich ein Angebot, meine Schuld, mein Versagen, meine Ängste, mein ach-so-unperfektes-Ich auch ins Grab zu legen – an einen Ort, an dem ich alles abwerfen, ablegen und loslassen kann, darf – auch muss – was mich im Leben beschwert.  Und dort darf es auch bleiben. Anderseits ist dieser Ort aber auch ein Umkehrort zur Hoffnung. Denn nach Karfreitag kommt noch Ostersonntag. Und mit diesem Tag erhalte  ich als Mega-Zusatz-Bonus – yeah – eine wunderbare und mir bis heute immer noch unfassbare Einladung, das Leben nicht mehr alleine, sondern mit demjenigen zu verbringen, zu feiern und zu genießen, dem es nicht im Grab halten konnte. Und diese Einladung zu einer zutiefst persönlichen und herzlichen Beziehung mit Mr. Gott ist – soweit ich es aus meiner Erfahrung sagen kann – tatsächlich osterhaft!